Donald Trump und das zweite Impeachment: Abrechnung mit dem Ex-Präsidenten

Beim ersten Mal tat Donald Trump es noch hinter verschlossenen Türen. Während eines Telefonats im Juli 2019 drängte er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Ermittlungen gegen seinen Rivalen Joe Biden. Dem Gespräch wohnte nur eine Handvoll hoher Regierungsmitglieder und Berater bei. Erst die Beschwerde eines Whistleblowers machte den Sachverhalt über Umwege öffentlich.

Beim zweiten Mal tat Trump es vor den Augen aller: von einem Rednerpult auf einer Bühne aus, das Weiße Haus als Kulisse. »Wir werden zum Kapitol gehen«, rief er seinen Anhängern zu – und seine Anhänger gingen los und griffen das Kapitol an. Wer wollte, konnte zusehen.

Im ersten Impeachment-Verfahren, bei dem es um die Ukraine-Affäre ging, musste eine ganze Reihe von Zeugen gehört werden. Nun liegt der Sachverhalt im Wesentlichen offen zutage. Es geht um Trumps Rolle bei der Stürmung des Kapitols, eigentlich könnte es diesmal schnell gehen.

Doch die Lage ist aus mehreren Gründen verworren. Trump ist aus dem Amt ausgeschieden und muss seine Verteidigung organisieren. Sein Nachfolger Biden hat seine eigene Agenda, mit der er den Kongress schnellstmöglich befassen will. Im Senat haben die Demokraten die Kontrolle übernommen, und bei den Republikanern loten verschiedene Akteure aus, wie sie sich zum Erbe des Ex-Präsidenten verhalten sollen.

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