Donald Trump machte laut Medienbericht 30.573 Falschaussagen in vier Jahren

Schon der erste Tag im Amt entlarvte Donald Trump als einen Staatschef, der ein besonderes Verhältnis zu Wahrheit und Fakten pflegt. Wo bei seiner Amtseinführung keine war, sprach er von einer »riesigen« Menschenmenge, dass es während seiner ersten Ansprache an die Nation regnete, leugnete der Ex-US-Präsident kurz darauf.

Die »Washington Post« hat nun Bilanz gezogen – und kommt auf 30.573 falsche oder irreführende Aussagen, die Trump binnen vier Jahren gemacht hat. Dokumentiert wurden die Unwahrheiten vom »Fact Checker«, einem Ressort, das die Zeitung bereits vor zehn Jahren einführte, um die Richtigkeit der Aussagen von Politikern zu überprüfen.

Fünf Monate für zehntausend Falschaussagen

Trump mit seiner »ungewöhnlich krassen Respektlosigkeit gegenüber Fakten«, habe das Team jedoch vor eine »neue Herausforderung« gestellt. Zudem habe sich die Zahl der von Trump getätigten Falschaussagen mit der Zeit immer weiter gesteigert.

Laut der Zeitung habe es Trump im ersten Jahr im Amt zunächst auf sechs falsche oder irreführende Aussagen pro Tag gebracht. Dann steigerte sich der Präsident immer weiter und kam schließlich auf 39 solcher täglichen Falschaussagen im letzten Amtsjahr. »Er brauchte 27 Monate für 10.000 Aussagen und weitere 14 Monate um auf 20.000 zu kommen. Dann überschritt er die Marke von 30.000 in weniger als fünf Monaten.«

Gleiche Lügen – verschiedene Themen

Über welche Themen Trump Lügen verbreitete, wandelte sich demnach im Laufe der Jahre. In Bedrängnis habe der frühere US-Präsident dazu geneigt, für seine Anhänger eine »alternative Realität« heraufzubeschwören oder politische Gegner anzugreifen. Besonders geringen Wahrheitsgehalt hatte laut »Washington Post« das, was Trump auf Wahlkampfveranstaltungen oder auf seinem inzwischen gesperrten Twitteraccount verbreitete.

Traurige Höchstleistungen erreichte Trump mit Falschaussagen über das Coronavirus und die Corona-Pandemie. Allein zu dem Themenkomplex ermittelten die »Fact Checker« 2500 Unwahrheiten. Eine kurze Pause gab es demnach nur für rund sechs Tage, als Trump selbst an Covid-19 erkrankte. Wieder genesen ging es mit durchschnittlich 150 Falschaussagen pro Tag weiter.

Sicher ist laut der Zeitung wohl eines: Trump habe durch sein »permanentes Lügen durch das präsidiale Megafon« dafür gesorgt, dass so viele Amerikaner wie noch nie skeptisch gegenüber echten Fakten seien, zitiert die »Post« einen Historiker. Und auch dem Blatt hinterlässt Trump ein Vermächtnis. Die Faktenchecks seiner Aussagen zählen zusammen fast fünf Millionen Wörter.

Icon: Der Spiegel

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