Polarmeer: Lieben Gruß an 2020 – Eisberg sieht aus wie Stinkefinger

Ohne Frage ist 2020 nicht ganz so gelaufen, wie sich die meisten Menschen das zu Beginn vorgestellt haben. Schuld war, na klar, die Corona-Pandemie. Zum Abschluss des Jahres zeigte vor Kurzem dann ausgerechnet ein Eisberg, der sich selbst jüngst noch auf Katastrophenkurs befand, was von den vergangenen 12 Monaten zu halten ist: nämlich gar nichts.

Der einst 4200 Quadratkilometer große Eisblock A-68A war über mehrere Wochen auf die nur 3800 Quadratkilometer große Insel Südgeorgien im Südpolarmeer zugesteuert. Experten befürchteten, dass der Koloss auf das Schelf der Westküste der Insel auflaufen und riesigen Pinguin- und Robbenkolonien den Zugang zum Meer und damit zur Futterquelle versperren könnte.

Ein Massensterben hätte die Folge sein können.

Doch 50 Kilometer vor der Küste machte der riesige Eisberg eine 180-Grad-Drehung, ein bisschen, als hätte er bei voller Fahrt die Handbremse gezogen. Der tatsächliche Grund für den Kurswechsel waren extrem starke, quer verlaufende Strömungen, die den Klotz von der Küste weglenkten. Kurz vor Heiligabend zerbrach er in zwei große und viele kleine Teile.

Anderer Finger, großer Unterschied

Auf Satellitenbildern lässt sich die Drehung des Eisbergs mit etwas Fantasie auch als getanzte Botschaft an das gerade endende Jahr interpretieren. Der Eisberg hatte vor seinem Zerbrechen aus dem All betrachtet ein wenig die Form einer Faust, aus der ein Finger herausragt. Das zeigen beispielsweise Satellitenaufnahmen der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) von Mitte Dezember.

Welcher Finger aus der Faust herausguckt, liegt dabei auch ein bisschen im Auge des Betrachters.

Anatomisch mehr Sinn ergibt ein erhobener Zeigefinger, eine Warnung. Immerhin ist 2020 noch nicht vorbei. Lässt man aber biologische Feinheiten außer Acht und gibt dem Gefühl an diesem Jahresende größeres Gewicht, kann man auch zu dem Schluss kommen, dass hier der Mittelfinger aus der geballten Faust herausschaut und im Halbkreis tanzt. Tschüs, 2020.

Icon: Der Spiegel

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