Satirepartei “Die Partei” auf der Suche nach ihrer Identität

Er fühlte sich offensichtlich schon länger nicht mehr wohl neben Martin Sonneborn. Ein mindestens missverständlicher Tweet seines Parteivorsitzenden führte dann zur Eskalation. In einer 2800 Zeichen langen Erklärung verkündete der EU-Abgeordnete Nico Semsrott, er wolle die Satirepartei »Die Partei« verlassen.

Auslöser für seine Entscheidung sei Sonneborns »ignoranter Umgang mit Feedback«. Nach dem Sturm des Kapitols in Washington hatte Sonneborn auf Twitter ein Foto hochgeladen. Es zeigte ihn mit einem T-Shirt, auf dem stand: »AU WIDELSEHERN, AMLERIKA! Habem Sie Guter FrLug runtel! Plinted in China fü Die PALTEI«.

Viele Nutzer empfanden den Post als rassistisch, Sonneborn reagierte patzig.

Semsrott schrieb über Sonneborn: »Wenn sich Menschen von seinen Postings rassistisch angegriffen fühlen, muss er nicht viel tun. Es reichen Mitgefühl und der Respekt vor den Betroffenen, um das eigene Verhalten zu korrigieren«. Weil »Die Partei« in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem das Projekt Sonneborns sei, habe er soeben sein Austrittsschreiben verschickt.

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