Nord Stream 2: Gerhard Schröder, 20 Millionen aus Russland und die Tarnstiftung

Das wenige, was über den Musikgeschmack des Altkanzlers Gerhard Schröder bekannt ist, lässt Böses ahnen. Bei seiner Verabschiedung aus dem Amt 2005 rührte ihn Frank Sinatras Beerdigungsklassiker »My Way« zu Tränen. Seitdem er der »Welt am Sonntag« gestand, er singe im Auto gern Arbeiterlieder, weiß man, dass der Cohiba-Kanzler auch in Sachen Musik keinerlei Hemmungen hat.

Wenn so einer bei einem Konzert auftaucht, bei dem Beethovens 5. Sinfonie im ersten Satz »auf den Dur-Moll-Wechsel des ersten Themas reduziert« wurde und »als Hüllkurve« für einen »spannenden Remix« (Klassik.com) diente, liegt der Verdacht nahe, dass das Baltic Sea Philharmonic nur Hintergrundmusik lieferte.

Wichtiger als das Konzert beim Usedomer Musikfestival am 12. September war offenbar ein Treffen Schröders mit Manuela Schwesig (SPD), der Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns. Schwesig hatte die Tage vor dem Konzert in der Region verbracht, um für die von der US-Regierung mit Sanktionen bekämpfte russische Gaspipeline Nord Stream 2 zu werben.

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