Corona-Einreiseregeln: Bundespolizei plant strenge Kontrollen an den Grenzen

Die Bundespolizei plant nach SPIEGEL-Informationen ab Sonntagmorgen eine deutliche Verschärfung der Grenzkontrollen, um die Einreise von mit dem Coronavirus infizierten Passagieren zu verhindern. Das Innenministerium wies intern an, dass alle Einreisenden aus den neu definierten Hochinzidenzgebieten »streng kontrolliert« werden sollen. Dazu mobilisiert die Bundespolizei vor allem an den Flughäfen Frankfurt und München mehr Personal, um alle Passagiere zu checken.

Die Bundesregierung hat zum Schutz vor der Einschleppung neuer Corona-Fälle nach Deutschland deutlich mehr Länder als bisher als Risikogebiete eingestuft – insgesamt 32. Neu ist vor allem die Listung von Ländern, in denen die sogenannte 7-Tage-Inzidenz über 200 liegt. Alle Einreisenden aus diesen Ländern müssen schon vor dem Abflug nach Deutschland einen Corona-Test machen und dürfen nur mit dem Nachweis eines aktuellen Negativ-Ergebnisses nach Deutschland einreisen.

Die neuen Corona-Risikogebiete mit einer sehr hohen Inzidenz hatte das Robert Koch-Institut bereits am Freitag veröffentlicht. Neu auf der Liste sind Albanien, Andorra, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Iran, Israel und die palästinensischen Gebiete, Kolumbien, Kosovo, Libanon, Mexiko, Montenegro, Nordmazedonien, Panama, Serbien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Auch eine ganze Reihe von europäischen Nationen sind laut der neuen Liste als Hochrisikogebiete eingestuft. So werden auch Estland, Lettland, Litauen, Portugal, Slowenien, Spanien und Tschechien wegen der dort hohen Inzidenzzahlen als besonders gefährlich gelistet. Auch bei Einreisen aus diesen Staaten sind folglich ein negativer Corona-Test und eine anschließende Quarantäne verpflichtend.

Große Teile Europas werden weiterhin als »normale« Risikogebiete angeführt, nur einzelne Regionen in Griechenland, Finnland, Norwegen, Österreich und Dänemark sind ausgenommen.  Daneben müssen auch alle Einreisenden aus Südafrika, Brasilien, Irland und Großbritannien einen frischen Corona-Test vorweisen, da in diesen Staaten Mutationen des Virus aufgetreten sind, die unter Forschern als aggressiver und schneller ansteckend gelten. Diese Regel gilt bereits seit Anfang des Jahres.

Die Bundespolizei will bei den engmaschigen Kontrollen vor allem überprüfen, ob alle Einreisenden den verpflichtenden Corona-Test vor dem Abflug gemacht haben und sich in die Onlinedatenbank eingetragen haben, über die die Quarantäne in Deutschland kontrolliert werden soll. Dabei kooperiert die Behörde eng mit den lokalen Gesundheitsämtern und will Passagiere ohne die nötigen Unterlagen oder den Pflichttest melden.

In Frankfurt am Main werden die Beamten einiges zu tun haben, allein am Sonntag sind fast 20 Landungen aus den neu gelisteten Risikogebieten geplant. Hinzu kommen Maschinen aus den bereits bisher als Risikogebiet eingestuften Staaten wie den USA. Mit den strengen Regeln will die Bundesregierung die Bevölkerung grundsätzlich vom Reisen abhalten, da jede Form von Mobilität die Ausbreitung des Virus unterstützt.

Icon: Der Spiegel

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